Designermöbel · Wiesbaden

Eames
zwei Gestalter aus Kalifornien, zwei Hersteller

Eames. Schalenstühle, der Lounge Chair, Sperrholz und Aluminium aus dem Büro von Charles und Ray Eames in Los Angeles. Ich kaufe sie an.

Lounge Chair mit Hocker aus Schichtholz und schwarzem Leder
Kurz gesagt

Was ein Eames Stuhl wert ist, entscheidet sich an vier Punkten: dem Hersteller, dem Jahrzehnt, dem Material von Schale oder Sperrholz und dem Zustand von Untergestell, Bezug und Gummipuffern. Charles und Ray Eames haben nie selbst gefertigt: für Amerika baut Herman Miller, für Europa seit den fünfziger Jahren Vitra, und das Etikett sagt, welches der beiden Häuser und welches Jahrzehnt. Ich sehe mir Ihren Stuhl bei Design Diefenbach in Wiesbaden auf zwei Fotos an und erkläre Ihnen, woraus sich die Zahl ergibt.

Wer Charles und Ray Eames waren

Charles Eames kam aus St. Louis, hatte Architektur studiert und lehrte an der Cranbrook Academy of Art in Michigan, wo er mit Eero Saarinen an Stühlen aus geformtem Sperrholz arbeitete. Dort lernte er die Malerin Ray Kaiser kennen. Die beiden heirateten, zogen nach Los Angeles und gründeten das Eames Office, aus dem in vier Jahrzehnten Möbel, Filme, Ausstellungen, Spielzeug und ein Haus hervorgingen: das Eames House in Pacific Palisades, gebaut aus Katalogteilen der Industrie.

Der Anfang mit dem Sperrholz war eine Beinschiene für die Marine im Zweiten Weltkrieg. Aus derselben Technik entstanden nach dem Krieg die Plywood Stühle, danach die erste Sitzschale aus Kunststoff in Serie, der Lounge Chair und die Aluminium Group. Ray Eames war an allem beteiligt, und wer "Eames" sagt, meint beide.

Gestalter in Kalifornien, Hersteller in Michigan und Weil am Rhein

Auf Ihrem Stuhl steht nicht Eames, sondern der Name des Herstellers. Das ist kein Grund zur Sorge, sondern die erste Information für die Einordnung.

Herman Miller aus Zeeland in Michigan fertigt die Entwürfe seit den vierziger Jahren für den amerikanischen Markt. Alte Stücke tragen ein rundes oder rechteckiges Etikett, manche eine geprägte Marke in der Schale.

Vitra aus Weil am Rhein erwarb Ende der fünfziger Jahre die Lizenz für Europa und den Nahen Osten. Ein Eames Stuhl, der in Deutschland gekauft wurde, ist deshalb mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Vitra, mit Etikett unter Sitz oder Schale, oft mit Jahr. Vitra baut die Entwürfe bis heute, weshalb ein Stuhl aus aktueller Fertigung genauso ein Original ist wie einer aus den siebziger Jahren, nur mit anderem Markt.

Die Entwürfe, nach denen gefragt wird

Plastic Chair. Die Sitzschale mit oder ohne Armlehne auf Drahtgestell, Holzbeinen, Kufen oder Stahlrohr, dazu der Schaukelstuhl. Alte Schalen sind aus Fiberglas mit sichtbaren Fasern, spätere aus Polypropylen, und seit einigen Jahren gibt es beide wieder. Fiberglas aus den ersten Jahrzehnten ist das, was Sammler suchen.

Lounge Chair und Ottoman. Drei Schalen aus Formsperrholz mit Furnier, Lederkissen, Fuß aus Aluminium. Das Furnier war lange Palisander, später Kirschbaum, Nussbaum und Santos Palisander, und das Furnier ist neben dem Etikett das beste Mittel, das Alter einzugrenzen.

Plywood Group. Die Stühle aus geformtem Sperrholz, als niedriger Sessel und als Esszimmerstuhl, mit Holz- oder Metallbeinen, verbunden über Gummipuffer.

Wire Chair. Die Sitzschale aus verschweißtem Stahldraht, mit oder ohne Polster.

Aluminium Group und Soft Pad. Die Bürostühle mit Aluminiumrahmen und gespanntem Bezug, in Büros und Vorstandsetagen über Jahrzehnte in Gebrauch und deshalb häufig in Beständen.

Kleine Stücke. Der Elephant aus Sperrholz, die Garderobe Hang It All, das Kartenspiel House of Cards.

Woran der Wert hängt

Das Material. Fiberglas oder Polypropylen, Palisander oder Kirschbaum, Sperrholz mit fünf oder mit sieben Schichten. Das sieht man am Rand der Schale, an der Farbe des Furniers und an der Kante.

Das Untergestell. Ein Eiffelturm aus Draht, Holzbeine, Kufen, ein Drehkreuz: die Gestelle wurden getauscht, und ein Stuhl mit späterem Gestell ist eine andere Sache als einer, der so zusammenblieb, wie er geliefert wurde.

Die Gummipuffer. Beim Lounge Chair und bei den Plywood Stühlen halten Gummischeiben, die Schockmounts, die Schalen am Gestell. Sie altern, werden hart und reißen, und dann löst sich die Rückenlehne. Das ist reparabel, aber es gehört in die Einordnung, und es ist der häufigste Schaden, den ich sehe.

Der Bezug. Beim Lounge Chair das Leder, bei Aluminium Group und Soft Pad der Stoff auf dem Rahmen. Originalbezug mit Gebrauchsspuren steht über einem neuen aus fremder Hand.

Die Vollständigkeit. Lounge Chair mit Ottoman aus derselben Lieferung, Schaukelstuhl mit allen vier Kufenenden, Gleiter und Kappen.

Original oder Nachbau

Nachbauten des Lounge Chair und der Schalenstühle sind weit verbreitet. Beim Original sitzt das Etikett unter dem Sitz oder an der Schale, das Furnier ist echt und läuft in einer durchgehenden Maserung über die Schale, die Lederkissen sind mit Knöpfen im Rhombus gesteppt, und die Schockmounts sind rund und aus schwarzem Gummi. Beim Nachbau ist das Furnier oft ein Druck, die Schale dünner, die Kissen sind glatt oder anders gesteppt, und das Aluminium des Fußes ist leichter.

Bei einer Schale ohne Etikett gilt: ein Etikett kann abfallen, die Fasern im Fiberglas, die Prägung und die Form der Schockmounts bleiben. Ein Stuhl ohne Marke kann mehr über seine Herkunft sagen als eine ganze Einrichtung mit Etikett, wenn man weiß, wo man hinsehen muss. Ein Nachbau ist für mich kein Ankaufsgegenstand, und das erfahren Sie nach den Fotos, nicht erst bei der Abholung.

Eames im Büro und im Nachlass

Die Aluminium Group und die Schalenstühle standen jahrzehntelang in Büros, Kantinen und Wartezimmern und tauchen bei einer Büroauflösung als Reihe auf, die ich anders einordne als zwölf einzelne Stühle. Im Nachlass ist es meist der Lounge Chair, der seit den siebziger Jahren am Fenster stand, mit einem Ottoman, auf dem die Zeitungen lagen.

Seit 1999 bin ich auf Design spezialisiert, und in meinem Laden in Wiesbaden, einem kuratierten Designhandel, gehört Eames zum Ankauf von Designermöbeln, zusammen mit den Entwürfen von Saarinen und Bertoia, die Knoll fertigt, beide Weggefährten aus Cranbrook und dem Eames Office. Alle Häuser und Gestalter stehen unter Marken und Gestaltern.

Wie Sie Ihren Eames beschreiben

Ein Bild von der Seite, ein Bild von der Unterseite mit Etikett oder Prägung, beim Lounge Chair außerdem die Rückseite mit den Schockmounts. Bei mehreren Stühlen: wie viele, und ob sie zusammen gekauft wurden. Der Modellname ist nicht nötig, das Etikett ist es auch nicht.

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Woran sehe ich, ob mein Eames von Vitra oder Herman Miller ist?

Am Etikett unter dem Sitz oder an der Schale. Vitra steht auf Stücken, die in Europa verkauft wurden, Herman Miller auf Stücken aus Amerika. Beide sind Originale mit Lizenz. Fehlt das Etikett, helfen Prägung, Schockmounts und Furnier. Ein Foto der Unterseite sagt mir genug.

Die Rückenlehne meines Lounge Chair ist lose, was nun?

Fast immer sind die Gummipuffer zwischen Schale und Gestell gerissen. Das ist der häufigste Schaden an diesem Sessel und lässt sich beheben. Bitte nicht selbst kleben oder schrauben: eine falsche Reparatur kostet mehr Wert als der Riss. Fotografieren Sie die Stelle und schicken Sie das Bild mit.

Zählt eine Schale ohne Etikett noch als Original?

Ja, wenn Material, Prägung und Verarbeitung stimmen. Etiketten fallen nach Jahrzehnten ab, besonders bei Stühlen, die feucht standen. Ich sehe mir den Rand der Schale, die Fasern und die Puffer an. Ein Nachbau kommt dabei ebenso ans Licht, und das sage ich Ihnen gleich.

Nehmen Sie eine Reihe Schalenstühle aus einer Kantine?

Ja, und bei einer Reihe aus einer Quelle komme ich gern vorbei, mit eigenem Fahrzeug im Rhein Main Gebiet. Zwölf Stühle mit denselben Etiketten und derselben Farbe sind ein Zusammenhang, der bei der Einordnung zählt und beim Einzelverkauf verloren geht.

Der erste Schritt

Ankauf, auch von Sammlungen

Ein Foto vom Stuhl, eines von der Unterseite mit Etikett oder Puffern, und ein Satz zur Herkunft. Ich melde mich mit der Einordnung, täglich per Telefon und WhatsApp, das Formular steht auf der Kontaktseite.

Den Ankaufsweg für Eames Stücke aus Vitra Fertigung beschreibt die Seite Vitra Ankauf, vom Foto bis zur Abholung.

Möbel aus den fünfziger und sechziger Jahren, ob mit Namen oder ohne, nehme ich über die Seite Mid Century Möbel verkaufen an.

Stück anbieten Anrufen: +49 176 227 902 14 Telefonisch täglich 8 bis 21 Uhr
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