Mit dem Handel aufgewachsen
Design Diefenbach in Wiesbaden, das bin ich, Dirk Diefenbach, mit meinem Geschäft in der Nerostraße 10: ein Handel für Designermöbel, Designerleuchten, Klassiker der Nachkriegsmoderne und moderne Kunst, seit 1999 auf Design spezialisiert. Jede Anfrage ordne ich selbst ein, nach Gestalter, Hersteller, Epoche und Zustand, und nenne erst danach eine Zahl. Das Ladenlokal ist zugleich Galerie: dort stehen die angekauften Stücke, bevor sie weitergehen.
Ich bin mit dem Handel aufgewachsen. Meine Eltern kamen aus dem klassischen Antiquitätenhandel und der Restauration, und ich war von klein auf von Möbeln, Leuchten, Kunst und Objekten umgeben. Design aus der Nachkriegszeit hat mich früh angezogen, weil es Funktion, Material und Wirkung in einem Stück verbindet. Meine Eltern haben Design gekauft, lange bevor es dafür den Markt gab, den man heute kennt.
Seit 1999 habe ich mich selbst auf Design spezialisiert. Leuchten und Kunst sind bis heute die Bereiche, die mir am nächsten liegen. Über die Jahre haben mich viele Einkaufsreisen nach Italien, Frankreich und Belgien geführt, und dort schärft sich der Blick: für Herkunft, Gestaltung, Zustand und die Details, die ein Stück interessant machen.
Der Handel ist bei uns persönlich geblieben. Mein Vater ist mit 83 Jahren noch aktiv, besonders bei Lampen und Beleuchtung, und die dritte Generation wächst schon in den Laden hinein.
Gute Stücke gehören nicht in die Masse
Ein Sessel von Vitra oder eine Leuchte aus Murano ist keine beliebige Gebrauchtware, und ich behandle sie nicht so. Entscheidend ist, was ein Stück ausmacht: wer es entworfen hat, wer es gebaut hat, wie es erhalten ist. Deshalb sage ich auch Nein. Serienware ohne Handschrift, Pressspan und reine Dekoration nehme ich nicht, und ich sage es beim ersten Foto, nicht erst an der Haustür.
Erst einordnen, dann entscheiden
Bei jeder Anfrage stelle ich mir drei Fragen: Was ist bekannt, was ist am Stück erkennbar, was muss ich prüfen? Erst wenn das beantwortet ist, kommt die Zahl, mit Begründung. Das dauert länger als ein Formular, das eine Summe ausspuckt. Dafür wissen Sie hinterher, was Sie hatten, auch wenn Sie sich gegen den Verkauf entscheiden.
Was das für Sie heißt. Sie müssen nichts nachschlagen und nichts vorbereiten. Bei Fotos sehe ich zuerst auf das, was die meisten weglassen: die Unterseite, das Etikett, die Fassung, den Bezug. Fehlt davon etwas, frage ich nach.
Wert beginnt mit Respekt vor dem Objekt
Ein Stück hat eine Geschichte, einen Gebrauch und eine Gestaltung, und alle drei gehören zur Einordnung. Ein Regal, das dreißig Jahre in einem Büro stand, trägt Spuren, und die sind kein Makel, sondern Teil dessen, was es ist. Wer ein Objekt zuerst als Ware sieht, übersieht das. Ich sehe zuerst das Objekt.
Nicht jedes Stück steht für sich allein
Bei Sammlungen, Nachlässen und Beständen zählt der Zusammenhang: die Herkunft, die Auswahl, die Idee hinter dem Ganzen. Eine Wohnung, in der jemand vierzig Jahre lang Leuchten zusammengetragen hat, ist mehr als die Summe der Fassungen. Deshalb sehe ich mir einen Bestand vor Ort an, statt ihn nach Fotos in Einzelteile zu zerlegen.
Was Sie bei mir finden
Sieben Ankaufsbereiche, von Designermöbeln über Designerleuchten bis zu Kunst, Mode, Modeschmuck, Office Designermöbeln und ganzen Beständen. Vierzehn Marken und Gestalter kaufe ich regelmäßig an, von USM Haller und Vitra bis Murano Glas und Poul Henningsen.
Leuchten sind der älteste Schwerpunkt des Hauses. Wer eine verkauft, hat sie meist dreißig Jahre im Flur hängen gehabt und hält sie für das Unwichtigste in der Wohnung. Oft ist sie das Beste.
Wie das Ladenlokal aussieht, zeigt die Galerie: Schaufenster und Verkaufsfläche in der Nerostraße, mit dem, was gerade dasteht.