Verner Panton
Farbe, Kunststoff und Licht aus Dänemark
Verner Panton. Der Panton Chair, die Flowerpot, Kugelleuchten und Stoffe in Farben, die damals sonst niemand wagte. Ich kaufe sie an.
Verner Panton. Der Panton Chair, die Flowerpot, Kugelleuchten und Stoffe in Farben, die damals sonst niemand wagte. Ich kaufe sie an.

Was ein Verner Panton Stuhl wert ist, hängt an drei Fragen: welcher Hersteller ihn gebaut hat, aus welcher Zeit er stammt und wie Kunststoff, Lack oder Bezug erhalten sind. Panton war Gestalter, kein Hersteller: seine Entwürfe kamen von Vitra, Louis Poulsen, Fritz Hansen und anderen, und dieselbe Form gibt es in Ausführungen aus fünf Jahrzehnten. Bei Design Diefenbach in Wiesbaden ordne ich Ihr Stück nach Fotos ein und sage Ihnen, woher die Zahl kommt.
Verner Panton war ein dänischer Architekt und Gestalter, ausgebildet in Kopenhagen, in jungen Jahren im Büro von Arne Jacobsen, später mit eigenem Atelier in der Schweiz. Während seine Landsleute in Teak und Papierkordel arbeiteten, dachte er in Kunststoff, Schaum, Stahldraht und Farbe. Sein Ziel war der Raum als Ganzes, Boden, Wand, Decke, Möbel und Licht aus einem Gedanken, wie in seinen Wohnlandschaften für die Kölner Möbelmesse.
Zu seinem hundertsten Geburtstag 2026 gab es Ausstellungen, und seitdem tauchen Stücke wieder auf, die jahrzehntelang im Keller standen.
Auf einem Panton Stück steht selten Panton, sondern der Name des Hauses, das es gefertigt hat.
Vitra. Der Panton Chair, der erste Stuhl aus einem einzigen Stück Kunststoff, entstand in jahrelanger Zusammenarbeit mit Vitra und wird dort bis heute gebaut. Es gab ihn in mehreren Werkstoffgenerationen: sehr wenige frühe Stücke aus glasfaserverstärktem Polyester, dann lackierter Hartschaum, seit Ende der neunziger Jahre Polypropylen mit matter Oberfläche, daneben weiterhin die glänzende Ausführung als Classic. Welche Generation Sie haben, entscheidet mehr als die Farbe.
Louis Poulsen. Die Leuchten Flowerpot, Panthella, VP Globe und Topan stammen aus der Zusammenarbeit mit dem Kopenhagener Leuchtenhaus, das auch die Entwürfe von Poul Henningsen führt. Alte Ausführungen tragen dessen Etikett; einige Modelle werden heute von anderen Häusern neu aufgelegt.
Fritz Hansen und Plus-linje. Der Cone Chair und der Heart Cone Chair kamen zuerst von Plus-linje, einer kleinen dänischen Firma, später von Vitra; Sitzmöbel aus Stahlrohr und Stoff baute Fritz Hansen.
Mira-X und Verpan. Die Dekostoffe und Teppiche mit Kreisen, Wellen und Quadraten in gestuften Farben kamen von der Schweizer Textilfirma Mira-X; viele Leuchten, die lange nicht lieferbar waren, etwa die Fun Leuchten aus Perlmuttplättchen, fertigt heute Verpan.
Ausführung und Zeit. Ein Panton Chair aus Hartschaum der siebziger Jahre, ein Classic aus den Neunzigern und ein Stuhl aus dem aktuellen Programm sehen auf dem Foto gleich aus und sind drei verschiedene Stücke. Bei Vitra hilft die Prägung unter dem Sitz mit Jahr und Herstellernamen.
Farbe. Frühe Farben, die später aus dem Programm fielen, werden gesucht, ebenso Leuchten in den kräftigen Tönen der ersten Jahre.
Zustand. Kunststoff vergilbt und wird spröde, Lack platzt an den Kanten ab, Hartschaum bricht am Rücken. Bei Leuchten zählen Lack, Dellen im Schirm, das Kabel und die Aufhängung. Bei Stoffen die Farbkraft und die Länge der Bahn.
Original oder Nachbau. Der Panton Chair wird in großer Zahl nachgebaut. Ein Nachbau hat meist keine Prägung, eine dünnere Wandung und Kanten, die sich mit dem Fingernagel eindrücken lassen. Bei der Flowerpot verrät der Lack: beim Original liegt er glatt und satt, beim Nachbau körnig und dünn.
Wer eine Wohnung auflöst, zählt die Möbel und vergisst, was an der Decke hängt. Eine Flowerpot über dem Küchentisch wird beim Ausräumen als Letztes abgenommen, wenn überhaupt. Bei Panton ist das der teuerste Fehler, denn seine Leuchten sind gefragter als manches Sitzmöbel.
Ich bin seit 1999 auf Design spezialisiert, mit Leuchten als einem meiner Schwerpunkte, und führe einen kuratierten Designhandel in der Wiesbadener Nerostraße. Ein Panton Chair gehört bei mir zum Ankauf von Designermöbeln, eine Flowerpot oder Panthella zu den Designerlampen, und eine Deckenleuchte nehme ich nach Absprache selbst ab, im Rhein Main Gebiet mit eigenem Fahrzeug. Alle Häuser und Gestalter, die ich führe, stehen unter Marken und Gestaltern.
Beim Stuhl ein Foto von der Seite und eines von der Unterseite mit der Prägung, bei der Leuchte eines im Raum und eines vom Etikett an Baldachin oder Fassung, bei Stoff das Muster mit einem Maßband daneben. Den Modellnamen brauchen Sie nicht zu kennen.
An der Prägung unter dem Sitz, an der Oberfläche und am Gewicht. Vitra prägt Namen und Jahr ein. Glänzender, lackierter Hartschaum ist die ältere Ausführung, matter Kunststoff mit sichtbarer Struktur die jüngere. Ein Stuhl, der auffallend leicht ist und keine Prägung trägt, ist meist ein Nachbau.
Ja. Gebrauchsspuren gehören zu einer Leuchte, die vierzig Jahre über einem Tisch hing. Ich sehe mir Schirm, Kabel und Etikett an und sage, was davon in die Einordnung eingeht. Bitte nicht nachlackieren: ein frischer Lack nimmt der Leuchte mehr, als er ihr gibt.
Ja, wenn sie das Muster tragen und noch Farbe haben. Gesucht sind ganze Bahnen und Teppiche ohne Laufspuren, weniger die Reste. Panton hat für Mira-X ganze Kollektionen entworfen, und Stoff aus dieser Zeit gibt es kaum noch am Stück. Ein Foto des Musters mit Maßband genügt für die erste Einschätzung.
Ja, wenn er unbeschädigt ist. Ein neuer Stuhl hat einen anderen Markt als ein früher, aber beide haben einen, und die Farbe spielt mit, weil Vitra das Programm regelmäßig ändert. Sagen Sie mir, wann und wo er gekauft wurde, und schicken Sie ein Foto der Prägung.
Ein Foto vom Stück im Raum und eines von Prägung oder Etikett, dazu zwei Zeilen, seit wann es bei Ihnen ist. Per Telefon und WhatsApp erreichen Sie mich täglich von 8 bis 21 Uhr, das Formular finden Sie auf der Kontaktseite.
Einen Panton Chair aus Vitra Fertigung biete ich über den Vitra Ankauf an, Stücke aus seiner Zeit auch über Mid Century Möbel verkaufen.