Was ich unter moderner Kunst verstehe
Die Kunst der Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart: die abstrakte Malerei der fünfziger Jahre, die Bewegungen um Zero und die konkrete Kunst, Pop Art und Op Art, die neue Figuration der Siebziger, dazu alles, was seither in Galerien gezeigt wurde. In der Technik heißt das Öl und Acryl auf Leinwand, Collage und Materialbild, Siebdruck, Lithografie und Radierung, Multiples und Editionen, Plastik aus Bronze und Stahl, Wandreliefs aus Metall, Kunst aus Glas und Porzellan.
Zwei Wege führen von hier weiter. Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen aus früheren Zeiten, vom neunzehnten Jahrhundert bis zur klassischen Moderne, gehören auf die Seite Kunst Ankauf. Und Glasarbeiten aus Murano sowie die Künstlereditionen der Rosenthal Studio Linie sind bei mir ein eigenes Fach mit eigenen Seiten.
Welche moderne Kunst ich ankaufe
- Gemälde
- Zeichnungen und Grafiken
- Druckgrafik und Editionen
- Skulpturen und Objekte
- Fotografie
- Glaskunst und Keramik
- Kunst mit Designbezug
- Sammlungen und Nachlässe
Worauf ich bei der Einschätzung achte
- Künstler und Signatur
- Technik und Ausführung
- Motiv und Format
- Zustand und Erhaltung
- Herkunft und Provenienz
- Rahmung
- Editionsgröße bei Grafiken
- aktuelle Nachfrage
Unikat, Originalgrafik, Reproduktion: der Unterschied, an dem alles hängt
Ein Unikat ist ein Werk, das es einmal gibt: das Gemälde, die Zeichnung, die Collage, die Plastik aus der Hand des Künstlers. Eine Originalgrafik ist ein Blatt aus einer Auflage, die der Künstler selbst angelegt, freigegeben und signiert hat: Siebdruck, Lithografie, Radierung, Holzschnitt. Sie ist ein Original, obwohl es davon fünfzig oder zweihundert gibt.
Eine Reproduktion ist der Druck eines vorhandenen Werks, im Offset oder digital, als Kunstdruck, Poster oder Ausstellungsplakat. Sie hat keinen Markt als Kunst, auch nicht mit Signatur. Der Unterschied ist mit der Lupe zu sehen: eine Reproduktion zeigt ein gleichmäßiges Raster aus Punkten, eine Originalgrafik zeigt Farbschichten, den Plattenrand einer Radierung oder das Korn des Lithosteins. Wenn Sie unsicher sind, fotografieren Sie eine Ecke des Blatts aus nächster Nähe, daran sehe ich es.
Auflage, Nummer und Signatur
Bei einer Originalgrafik steht am unteren Rand meist die Nummer als Bruch aus Blattnummer und Auflagenhöhe, dazu Titel und Signatur in Bleistift. Buchstaben statt Zahlen bedeuten Sonderexemplare außerhalb der Zählung, etwa Abzüge für den Künstler oder den Drucker. Eine kleine Auflage ist nicht automatisch mehr wert als eine große, entscheidend ist, wer das Blatt gemacht hat und wie gefragt genau diese Arbeit ist.
Auf der Rückseite von Editionen und Multiples sitzt oft ein Aufkleber des Verlags oder der Galerie mit Nummer und Jahr. Er belegt, dass das Werk zu einer bestimmten Ausgabe gehört, und gehört deshalb mit aufs Foto.
Zustand bei Papier, Acryl und Plastik
Papier leidet an Licht und Feuchtigkeit: es vergilbt, bekommt braune Punkte, wellt sich, und ein Passepartout aus säurehaltigem Karton hinterlässt nach Jahrzehnten einen dunklen Rand. Klebeband auf der Rückseite zieht Flecken in das Blatt. Vieles davon lässt sich restaurieren, es gehört aber in meine Einschätzung.
Acrylbilder nehmen Staub anders auf als Ölbilder, weil die Oberfläche weich bleibt: ein Acrylbild, das dreißig Jahre über einem Heizkörper hing, trägt eine graue Schicht, die nicht mehr Farbe ist. Bei Plastiken und Multiples zählt, ob alle Teile da sind, ob ein Gussteil verbogen ist und ob die Oberfläche noch die vom Künstler gewählte ist oder jemand sie nachgestrichen hat.
Zwei Dinge bitte lassen: das Blatt nicht glätten, bügeln oder aus dem Passepartout lösen, und das Bild nicht neu rahmen. Ein Rahmen aus der Zeit des Werks, vom Künstler oder der Galerie gewählt, gehört dazu, und ein neuer Rahmen aus dem Bilderladen macht daraus ein Bild ohne Geschichte.
Zeitgenössische Kunst: wenn das Werk noch jung ist
Kunst, die vor wenigen Jahren in einer Galerie gekauft wurde, hat nicht immer einen zweiten Markt. Der erste Preis war der Galeriepreis, und ob es einen Wiederverkaufsmarkt gibt, hängt daran, ob der Künstler seither ausgestellt, gesammelt und gehandelt wurde. Ist ein Werk zu jung, um es einzuordnen, sage ich das offen. Was in jedem Fall hilft: die Rechnung der Galerie, ein Katalog, in dem das Werk abgebildet ist, und die Korrespondenz mit dem Künstler, falls es sie gibt.
Kunst aus Büro und Firmensammlung
In Kanzleien, Praxen und Firmenzentralen hängt oft Kunst, die in den Achtzigern und Neunzigern für die Räume gekauft wurde: großformatige Grafik, Farbfeldmalerei, Reliefs aus Metall im Empfang. Wird das Büro aufgelöst, ist sie das Letzte, an das jemand denkt, und geht mit den Aktenschränken. Schicken Sie mir ein Übersichtsbild je Raum, ich sehe mir die Kunst mit den Möbeln zusammen an und sage, was davon einen Markt hat.
Ein Sammlernachlass hat einen Zusammenhang
Wer über Jahrzehnte gesammelt hat, hat nicht nur Bilder hinterlassen, sondern eine Ordnung: eine Mappe mit den Rechnungen, Kataloge mit angestrichenen Seiten, Briefe von Galerien, oft einen Schwerpunkt auf einer Gruppe oder einer Region. Dieser Zusammenhang ist Teil des Werts, und er geht verloren, wenn die Bilder einzeln verkauft werden und die Mappe in den Papiermüll wandert. Bringen Sie deshalb beides zusammen, und lesen Sie vorher, wie ich mit Sammlungen und Beständen umgehe.