Warum Teak: das Holz und seine Zeit
Teak ist ölhaltig, dicht und arbeitet wenig, deshalb wurde es im Schiffbau lange vor dem Möbelbau verwendet. Als in den fünfziger Jahren dänische Werkstätten anfingen, daraus Sideboards und Stühle zu bauen, war das Holz neu im Wohnzimmer: warm in der Farbe, schlicht in der Form, ohne Schnitzerei. In Deutschland kam die Welle in den Sechzigern an, mit eigenen Fabriken und eigenen Entwürfen. Ende der Siebziger war es vorbei, das Holz wurde teuer und der Geschmack drehte sich.
Was ein Teakmöbel wert macht, erklärt der Glossareintrag Teakholz Möbel. Hier beschreibe ich den Verkauf an meinen kuratierten Designhandel: welche Möbel ich suche, woran Sie sie erkennen und wie das Möbel aus Ihrem Wohnzimmer in meinen Laden kommt.
Welche Teakmöbel ich ankaufe
- Sideboards und Kommoden
- Tische und Couchtische
- Stühle und Sitzgruppen
- Sessel und Lounge Chairs
- Regale und Aufbewahrungssysteme
- Möbelgruppen und Sammlungen
Hersteller und Gestalter, die mich interessieren
Die meisten Teakmöbel tragen keinen dieser Namen, und das schließt sie nicht aus. Steht aber einer auf dem Etikett, ändert das die Einordnung deutlich.
- Hans J. Wegner
- Finn Juhl
- Børge Mogensen
- Arne Jacobsen
- Fritz Hansen
Vom Sideboard bis zum Servierwagen
Sideboards und Kommoden. Das dänische Sideboard mit Schiebetüren und Schubladen auf schrägen Beinen ist das Möbel, nach dem am meisten gefragt wird. Gesucht sind Stücke mit Massivholzkanten, sauber gefügten Schubladen und einer Rückwand, die zum Möbel gehört.
Esstische und Stühle. Ausziehtische mit eingelegten Platten, runde Tische mit Zargenauszug, Stühle in Sätzen von vier oder sechs, mit Geflecht, Leder oder Wollstoff. Ein Satz ist mehr wert als dieselben Stühle einzeln.
Schreibtische und Sekretäre. Mit gestalteter Rückseite, damit sie frei im Raum stehen können, mit Schubladen auf beiden Seiten oder einer Klappe. Aus Arbeitszimmern, die seit den Sechzigern nicht verändert wurden.
Regalsysteme und Wandmöbel. Leitersysteme mit Böden und Schränken zum Einhängen, Wandsekretäre, dazu Kleinmöbel wie Nachttische, Servierwagen und Beistelltische.
Sessel und Sofas mit Teakgestell. Sichtbares Holzgestell, lose Kissen, Wollstoff oder Leder. Oft neben einem Sessel von Knoll oder einem Sofa von Cassina, denn wer damals dänisch kaufte, kaufte auch italienisch und amerikanisch. Ich sehe mir das ganze Zimmer an.
Nicht mein Geschäft: Gartenmöbel aus Plantagenteak, Schrankwände mit Teakfolie auf Spanplatte und Möbel, die im dänischen Stil gebaut wurden, ohne dass eine Werkstatt dahintersteht.
Massiv, furniert oder nur Teakoptik
Ein gutes Teakmöbel ist selten durchgehend massiv, und das ist kein Mangel. Platten und Fronten sind meist Teakfurnier auf Tischlerplatte, die Kanten, Beine, Griffe und Rahmen aus Massivholz. Sehen Sie sich eine Kante an: Massivholz zeigt die Maserung um die Ecke herum, Furnier endet dort mit einer feinen Linie. Beides ist in Ordnung. Nicht in Ordnung ist Furnier auf Spanplatte, das an abgestoßenen Stellen körnig und hell aussieht, oder eine Kunststofffolie, die sich an der Kante ablöst. Das ist Teakoptik und hat keinen Markt.
Ein zweiter Blick lohnt beim Holz selbst. Afrormosia, ein afrikanisches Holz, wurde in den Sechzigern oft als Teak verkauft und sieht ihm ähnlich, ist aber gleichmäßiger und weniger ölig. Palisander ist dunkler und stärker gezeichnet. Beides hat seinen eigenen Markt, und ich sage Ihnen, welches Holz Sie haben.
Dänisch oder deutsch: woran Sie es sehen
Dänische Möbel tragen oft einen Stempel oder ein Papieretikett auf der Rückwand oder im Schubladenboden: der Name der Möbelfabrik, manchmal des Gestalters, dazu ein Kontrollzeichen des dänischen Möbelverbands. Die Schubladen sind mit Fingerzinken gefügt, die Griffe aus dem Holz geschnitten statt angeschraubt, die Beine verjüngen sich nach unten und sind oft in das Möbel gesteckt, nicht verschraubt. Deutsche Werkstätten haben ähnlich gebaut, mit eigenen Stempeln, oft schwereren Proportionen und Griffen aus Metall oder Kunststoff. Beides ist gesucht. Ein fehlender Stempel schließt nichts aus, weil viele Etiketten längst abgefallen sind.
Patina, Wasserringe, Sonne: was der Zustand bedeutet
Teak dunkelt mit den Jahren nach und bekommt eine Oberfläche, die man nicht neu herstellen kann. Genau die ist gesucht. Wasserringe von Blumentöpfen, helle Stellen von der Sonne, kleine Kratzer sind normal und lassen sich meist so behandeln, dass sie zurücktreten, ohne die Patina zu nehmen.
Was Wert kostet, ist der Versuch, das Möbel vor dem Verkauf schön zu machen: abschleifen, mit Lack versiegeln, mit silikonhaltiger Möbelpolitur einlassen. Ein geschliffenes Sideboard sieht neu aus und ist deshalb weniger wert als ein gedunkeltes mit Ringen. Lassen Sie das Holz, wie es ist.
Teak, Mid Century, Vintage: drei Wörter, ein Wohnzimmer
Teak ist das Holz. Mid Century ist die Zeit, in der es verbaut wurde, und dazu gehören auch Stahl, Fiberglas und Palisander, beschrieben unter Mid Century Möbel verkaufen. Vintage ist das weitere Wort für alles aus den fünfziger bis achtziger Jahren mit erkennbarem Entwurf, mit dem Weg unter Vintage Möbel verkaufen. Wer ein Teakmöbel hat, ist hier richtig. Wer nicht sicher ist, welches Holz es ist, ebenfalls: die Antwort ist meine Arbeit.